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Luga-Zytig Luga 2026

Wie eine Unterhose alles veränderte

Eine leuchtend grüne Unterhose aus den Ferien wurde zum Startschuss für eine ungewöhnliche Erfolgsgeschichte: Aus dem auffälligen Wäschestück entstand die Marke 361underwear.ch von Bea und Roger Dällenbach. Seit 2015 sind sie an der Luga dabei und ziehen mit ihren farbenfrohen Textilien viele Blicke auf sich.

Luga
Luzern, Schweiz

Text: Roger Amberg / Bilder: Christoph Arnet
Erscheinung in der Luga-Zytig, 23. April 2026

Die Geschichte von 361underwear.ch begann vor knapp 15 Jahren ganz unverhofft in den Familienferien in Italien. Beim Besuch eines Einkaufszentrums durften sich die beiden Kinder ein Souvenir aussuchen. Der damals fünfjährige Jason entschied sich für eine knallgrüne Unterhose. Roger Dällenbach erinnert sich lachend: «Er hätte auch ein Spielzeug nehmen dürfen, aber er wollte unbedingt diese Unterhose.»

Zu Hause stellte sich heraus: Das ungewöhnliche Souvenir war ein Volltreffer. Der Junge wollte seine neue Lieblingsunterhose am liebsten täglich tragen. Einige Jahre später kaufte sich auch Roger ein Paar – und verstand seinen Sohn sofort. «Ich habe zu Bea gesagt: So etwas Cooles habe ich noch nie getragen.» Die Familie wollte mehr davon, doch in der Schweiz gab es die Produkte nirgendwo zu kaufen.

Mut zur verrückten Idee

Also schrieben Bea und Roger den Hersteller in Italien an. Die postwendende Antwort: Die Produkte werden in der Schweiz nicht vertrieben. Was für viele das Ende der Geschichte gewesen wäre, war für die Dällenbachs erst der Anfang. «Wir fragten uns: Warum machen wir das nicht selbst?», erzählt Bea.

Gesagt, getan: Die beiden gründeten eine Firma, bestellten die erste Lieferung und überwiesen das Geld, ohne zu wissen, ob die Ware eintreffen würde. «Wir hatten keinen Businessplan und keine Finanzabsicherung. Wir hatten einfach ein gutes Gefühl», sagt Bea. Kurz darauf standen grosse Kartons voller Unterhosen im Wohnzimmer. Der nächste Schritt war klar: Die Produkte mussten an die Leute gebracht werden.


«Man muss manchmal einfach den Mut haben, etwas auzuprobieren, auch wenn andere zuerst denken, man sei ein bisschen verrückt.»

Roger Dällenbach, 361underwear.ch


Der erste Versuch fand am «Stanser Märcht» statt, dem Heimmarkt der Familie aus Oberdorf im Kanton Nidwalden. Der Start am Morgen war harzig. Doch Bea und Roger gingen aktiv auf die Besuchenden zu, beschrieben die Produkte, gaben sie zum Anfassen in die Hände und erzählten von den Besonderheiten. «Am Abend hatten wir fast nichts mehr», erinnert sich Roger. Bea ergänzt schmunzelnd: «Nach dem Zusammenräumen haben uns die Leute sogar noch aus dem Auto heraus Ware gekauft.»

Der Erfolg machte ihnen Mut. Wenig später reisten sie nach Norditalien, führten Gespräche mit dem Produzenten und erhielten schliesslich die Vertriebsverantwortung für den Schweizer Markt.

Knallige Farben, Komfort und italienische Qualität

Heute steht 361underwear.ch vor allem für eines: farbige Unterwäsche, die auffällt und gleichzeitig bequem ist. Produziert wird vollständig in Italien. Die Modelle entstehen auf modernen Rundmaschinen und werden nahtlos aus Polyamid gefertigt.

«Die Unterwäsche ist extrem weich, sehr stretchig und fühlt sich an wie eine zweite Haut», erklärt Roger. Dank spezieller Färbetechniken bleiben die Farben auch nach vielen Waschgängen leuchtend. Nebst Unterhosen umfasst das Sortiment auch Unterhemden und weitere Produkte, oft in bis zu 20 verschiedenen Farben.


««Wir hatten keinen Businessplan und keine Finanzabsicherung. Wir hatten einfach ein gutes Gefühl».»

Bea Dällenbach, 361underwear.ch


Doch nicht nur die Produkte haben ihre eigene Geschichte, auch der Firmenname entstand auf ungewöhnliche Weise. Beim Skifahren beobachtete die Familie vom Lift aus einen Snowboarder, der eine perfekte 360-Grad-Drehung machte. Sohn Jason war begeistert. Und Roger meinte darauf: «Wir sind noch ein bisschen verrückter, wir sind 361.» Der Gedanke blieb – und wurde zum passenden Namen, der bis heute perfekt zur Geschichte des Unternehmens passt.

Begegnungen, die in Erinnerung bleiben

Der persönliche Kontakt mit den Kundinnen und Kunden ist für Bea und Roger der wichtigste Teil ihrer Arbeit. Statt darauf zu warten, dass Menschen zu ihnen kommen, reisen sie durch die ganze Schweiz an Märkte und Messen.

Dabei entstehen immer wieder besondere Begegnungen, so auch an der Luga. «Ein 93-jähriger Mann kam an unseren Stand. Er trug eine Jacke mit auffälligen, neonfarbenen Reissverschlüssen», erinnert sich Bea. Der Mann suchte sich eine ebenso leuchtende Unterhose aus.

«Ich fragte ihn, ob sie vielleicht für ein Enkelkind sei», sagt die Nidwaldnerin. «Da antwortete er ganz selbstverständlich: Nein, für mich, sie passt perfekt zu meiner Jacke.» Ein Jahr später kam der Mann wieder und kaufte erneut eine neonfarbene Unterhose. «Solche Momente bleiben einfach in Erinnerung.»

Die Luga als Herzensangelegenheit

Seit 2015 sind Bea und Roger Aussteller an der Luga. Roger erklärt: «Für mich ist die Luga eine Herzensangelegenheit. Ich freue mich jedes Jahr darauf, die Menschen wiederzusehen.» Auch Bea schätzt die besondere Atmosphäre: «Die Luga hat extrem viel Charme. Sie ist bodenständig und unkompliziert, und das Miteinander unter den Ausstellenden ist grossartig.»

Wer an ihrem Stand vorbeikommt, merkt schnell: Die bunten Farben sind ein Hingucker. Doch das eigentliche Markenzeichen von 361underwear.ch sind die Menschen dahinter. Bea und Roger, die an ihre Idee geglaubt haben und ihre Leidenschaft bis heute leben. Oder, wie Roger es formuliert: «Man muss manchmal einfach den Mut haben, etwas auszuprobieren, auch wenn andere zuerst denken, man sei ein bisschen verrückt.»

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