Unverzichtbar und omnipräsent: So prägt Freiwilligenarbeit die Schweiz
Ob beim Junioren-Handballtraining, im Besuchsdienst für pflegebedürftige Menschen oder beim Organisieren eines Dorffests – Freiwilligenarbeit ist in der Schweiz allgegenwärtig. Oft geschieht sie im Stillen, ohne grosse Aufmerksamkeit. Und doch ist sie ein tragender Pfeiler unserer Gesellschaft.
Die Zahlen sind beeindruckend: Rund 66 % der Schweizer Bevölkerung ab 15 Jahren engagieren sich im Jahr freiwillig (Quelle: Freiwilligenmonitor 2025). Dies entspricht mehreren Millionen Menschen, die ihre Zeit und Energie unentgeltlich einsetzen – und für ihr Engagement jährlich rund 590 Millionen Stunden investieren. Damit belegt die Schweiz Rang 2 im europäischen Vergleich.
Wo und wie werden diese Freiwilligeneinsätze geleistet? Man unterscheidet grundsätzlich zwischen zwei Formen:
- Formelle Freiwilligenarbeit: Dies betrifft das Engagement in Vereinen, Organisationen oder Institutionen. Besonders beliebt sind Sportvereine, kulturelle Vereine sowie allgemeine Spiel-, Hobby- und Freizeitvereine, gefolgt von kirchlichen, sozialen und karitativen Organisationen.
- Informelle Freiwilligenarbeit: Dies umfasst die Nachbarschaftshilfe oder die Unterstützung von Menschen im Bekanntenkreis. Ein beträchtlicher Teil entfällt auf Betreuungs- und Pflegearbeiten für Personen, die ausserhalb des eigenen Haushalts leben. Aber auch die Mithilfe bei Veranstaltungen, Projekten oder Festlichkeiten zählt zu dieser Form des Engagements.
Wer engagiert sich – und warum?
Ob sich jemand ehrenamtlich engagiert, hängt stark davon ab, ob die notwendige Zeit dafür vorhanden ist, ein passendes Thema gefunden wurde und sich der Einsatz flexibel gestalten lässt. In der Hitliste stehen folgende Motive ganz zuoberst:
- Anderen Menschen helfen
- Spass haben
- Mit anderen Menschen zusammenkommen
- Der Gesellschaft etwas zurückgeben
- Die eigenen Fähigkeiten und Kenntnisse erweitern
Die Freude an der Tätigkeit und der individuelle Mehrwert bei der Freiwilligenarbeit sind also genauso wichtig wie das Bedürfnis, anderen zu helfen und der Gesellschaft einen Dienst zu erweisen.
Was wäre, wenn all diese Arbeit bezahlt werden müsste?
Der ökonomische Gegenwert der Freiwilligenarbeit ist immens hoch. Würde man die ehrenamtliche Arbeit entlöhnen, ergäbe sich ein geschätzter Wert von über 30 Milliarden Franken pro Jahr (Quelle: Freiwilligenmonitor 2025). Damit ist Freiwilligenarbeit ein oft unterschätzter, aber zentraler Wirtschaftsfaktor.