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Luga-Zytig Luga 2026

Der Kuhstall im Wandel

Erstmals präsentiert die Luga im Bauernhof einen Laufstall und gewährt damit spannende Einblicke in eine moderne Form der Tierhaltung. Für die Luga-Zytig erklärt der Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverband, was einen Laufstall auszeichnet und worin er sich von anderen Stallformen unterscheidet.

Luga
Luzern, Schweiz

Text: Aline Roesti & Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverband / Bild: Andrea Frank
Erscheinung in der Luga-Zytig, 23. April 2026

Der Luga-Bauernhof macht Schweizer Landwirtschaft erlebbar. In der Halle 11 tauchen Besuchende in die Welt eines Bauernhofs ein, schnuppern echte Stallluft und begegnen Ziegen, Schafen, Schweinen, Pferden sowie Milch- und Mutterkühen in nächster Nähe.

Erstmals zeigt der Bauernhof einen Laufstall und gibt Einblick, wie sich Kühe darin bewegen und verhalten. Doch was zeichnet diese moderne Haltungsform aus und worin unterscheidet sie sich von anderen Stallformen wie zum Beispiel dem Anbindestall? Der Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverband LBV gibt spannende Einblicke.


1 | Liegeboxen

In den Liegeboxen ruhen sich die Kühe aus. Die Liegeplätze sind häufig mit Stroh eingestreut und bieten dadurch den Kühen Komfort und Hygiene durch Bindung von Feuchtigkeit. Kühe liegen rund 12 bis 16 Stunden pro Tag.


2 | Abkalbebox

In der abgetrennten Abkalbebox bringen die Kühe ihre Kälber zur Welt. Die Box bietet genügend Platz und Bewegungsfreiheit für eine möglichst stressfreie Geburt. Meist liegt sie nahe beim Stalleingang, damit Landwirtinnen und Landwirte Kuh und Kalb auch nachts kontrollieren können, ohne die restliche Herde zu stören. Besonders wichtig ist eine gute Hygiene, da Kälber anfangs anfälliger für Krankheiten sind.


3 | Laufhof

Der Aussenbereich des Laufstalls ist für die Herde rund um die Uhr zugänglich. Hier können die Kühe an die frische Luft, auch wenn kein Weidegang möglich ist.


4 | Fressgang

Im Fressgang nehmen die Kühe ihr Futter auf. Der Boden muss rutschfest sein und eine gute Standfestigkeit gewährleisten. Kühe verbringen täglich rund vier bis sechs Stunden mit Fressen.


5 | Melkstand

Im Melkstand werden die Kühe gemolken, entweder zu festen Zeiten im Melkstand oder jederzeit selbstständig in einem Melkroboter.


Flexibler Bau und technische Innovationen

Moderne Laufställe sind offen und lichtdurchflutet gebaut. Flexible Fassaden mit Windschutznetzen sorgen dafür, dass stets frische Luft zu den Tieren gelangt, und schützen sie gleichzeitig vor Wind und Regen. Je nach Betrieb kommen technische Hilfsmittel wie automatische Fütterungsanlagen, Melkroboter oder Entmistungssysteme zum Einsatz. Gleichzeitig gibt es weiterhin viele Höfe, auf denen viele Arbeiten von Hand erledigt werden.


Mehr Freiheit unter dem Stalldach

Im Laufstall bewegen sich die Kühe frei und entscheiden selbst, wann sie fressen oder ruhen. Diese Bewegungsfreiheit ermöglicht soziale Kontakte und fördert das natürliche Sozialverhalten, etwa die Bildung einer Rangordnung innerhalb der Herde. Pro Tier sind mindestens zehn Quadratmeter vorgeschrieben, viele Betriebe bieten jedoch bis zu 15 Quadratmeter und damit zusätzlichen Raum für mehr Wohlbefinden. 


Zwei Systeme, ein Ziel

An der Luga ersetzt erstmals ein Laufstall den bisherigen Anbindestall. Im Anbindestall sind Fressen, Liegen und Melken an einem festen Platz vereint. Die beiden Systeme haben Vor- und Nachteile. Während die Kühe im Laufstall mehr Bewegung geniessen, sorgt der feste Platz im Anbindestall für Ruhe in der Herde. Das kommt besonders rangniedrigen Tieren zugute, da sie nicht verdrängt werden. Für genügend Bewegung erhalten die Tiere regelmässig Auslauf im Freien, etwa im Laufhof oder auf der Weide. Im Gegensatz dazu bietet der Laufstall mehr Bewegungsfreiheit, benötigt jedoch mehr Platz und ist deutlich kostspieliger im Bau.

Entscheidend für das Tierwohl ist nicht die Stallform allein, sondern die Qualität der Haltung. Ausreichend Platz, hochwertiges Futter, gute Hygiene, ein angenehmes Stallklima und eine sorgfältige Betreuung sind die wichtigsten Voraussetzungen für das Wohl der Tiere. Hohes Tierwohl ist in beiden Systemen gewährleistet.

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