In perfekter Harmonie

Sie konnte reiten, bevor sie laufen gelernt hat. Eliane Gfeller hat ihr ganzes Leben mit Pferden verbracht und gehört heute zu den besten Westernreiterinnen Europas. An der Luga gibt die Luzernerin eine Kostprobe ihres Könnens.

Text: Daniela Imsand / Bild: zVg

Ein Pferd gibt das Tempo vor. Ich muss auf seinen Willen eingehen, nur so können wir zu einem harmonischen Team wachsen », erklärt Eliane Gfeller. Sie und ihr Partner und Trainer Christoph Seiler sind Gewinner von sechs Gold-, fünfzehn Silber- und zwölf Bronzemedaillen an Europameisterschaften sowie mehreren Schweizermeistertiteln. Die 30-jährige Luzernerin weiss, wovon sie spricht. «Im Westernreiten muss man eins sein mit seinem Pferd. Das gegenseitige Vertrauen und die Kommunikation sind dazu essenziell», führt sie weiter aus.
 


«Die Pferde geben mir viele Inputs, die mich als Mensch weiterbringen»

Eliane Gfeller



Sekundengenaue Perfektion
Westernreiten ist eine sogenannte Arbeitsreiterei. Sie hat ihren Ursprung bei den Cowboys und besteht aus mehreren Disziplinen. Eine davon ist das «Cutting». Ein Rind wird aus der Herde getrennt und davon abgehalten, wieder zur Herde zurückzukehren, damit es beispielsweise tierärztlich versorgt werden kann. «Damit das gelingt, müssen mein Pferd und ich schneller sein als das Rind – und die sind schnell», sagt Eliane Gfeller schmunzelnd.

Jeder Handgriff muss sitzen und das Zusammenspiel zwischen Reiter und Pferd auf sekundengenau und präzise sein. Was es auf dem Weg zu einem solch eingespielten Team braucht, zeigen die drei Profireiter Eliane Gfeller, ihr Vater Reto Gfeller und Christoph Seiler abwechlungsweise in der Arena.

Sich gegenseitig weiterentwickeln
Seit Kindsbeinen sind Pferde Elianes grosse Leidenschaft. Ihre Eltern ritten selbst Distanz und begleiteten die damals Fünfjährige zu ihrem ersten Westernturnier – sie war die jüngste Teilnehmerin. Richtig gepackt hat sie der Sport aber erst mit zwölf Jahren – und hat sie seither nicht mehr losgelassen: «Mich fasziniert das Zusammenspiel, die Teamarbeit.» Es gehe nicht darum, Befehle zu erteilen, sondern gemeinsam mit dem Gegenüber zu arbeiten.

Da gibt es auch Parallelen zu ihrer berufl ichen Tätigkeit: Eliane Gfeller ist Schulische Heilpädagogin und kann Erfahrungen von ihrem Hobby auch immer wieder in den Schulalltag einbringen. «Die Pferde geben mir viele Inputs, die mich als Mensch weiterbringen», beschreibt sie ihre Faszination. Auch nach ihrer jahrelangen Tätigkeit als Westernreiterin habe sie immer wieder Aha-Erlebnisse und erlerne Neues. Und genau da liegt die grosse Stärke von Eliane, ihrem Trainer Christoph und ihren Pferden: «Wir beginnen jedes Training dort, wo wir tags zuvor aufgehört haben. So können wir ein harmonisches Team aufbauen.» – Und weiterhin viele grosse Titel für die Innerschweiz gewinnen.

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