Virtuell durch den Bypass

Text: Irene Reis / Bilder: ASTRA

«Bypass Luzern» und «Spange Nord» – die Begriffe sind den Zentralschweizern nicht neu. Was aber ganz genau dahintersteckt, das wissen die wenigsten. Kein Wunder: Die Strassenbauprojekte sind äusserst komplex – aber nicht weniger spannend! Darum stellt das ASTRA das Gesamtprojekt an der Luga persönlich vor.

Das Gesamtsystem Bypass Luzern, das die beiden Projekte Bypass Luzern und Spange Nord vereint, wird Anfang 2020 aufgelegt. Schon 2006 sind Teile davon aufs politische Parkett gekommen, seit 2012 läuft die Projektierung.
Das Projekt für rund 1,7 Milliarden Franken wird nun an der Luga erläutert. Gesamtprojektleiter Thomas Kloth, Bereichsleiter beim Bundesamt für Strassen ASTRA, sieht eine grosse Chance im Messe-Auftritt: «Um gut zu informieren, wollen wir dorthin gehen, wo die Zentralschweizer Bevölkerung ist.

An der Luga können wir die Besucherinnen und Besucher für das Projekt sensibilisieren und zeigen, was tatsächlich dahintersteckt. Und vielleicht löschen wir auch das eine oder andere Fragezeichen.» Der Gesamtprojekleiter weiss, dass es diese gibt. «Wir wissen durch eine Umfrage, dass der Informationsstand zum Projekt nicht sehr hoch ist. Uns ist aber wichtig, die Bevölkerung mitzunehmen.» Und weshalb an der Luga? Bereits 2010 präsentierte das ASTRA dort die Gesamterneuerung Cityring Luzern. «Damals wurde uns richtig bewusst, dass wir hier viele Personen erreichen können. Und zwar nicht nur Stadt-Luzerner, sondern Menschen aus der ganzen Zentralschweiz.»

Keine trockenen Projektpläne

Doch was erwartet die Besuchenden an der Luga? «Wir möchten den Bypass erlebbar machen», so Thomas Kloth. Konkret heisst das: Es sind zwei Modelle zu sehen, eines davon ein reales Arbeitsmodell. «So geben wir einen echten Einblick in die Werkstatt und in unseren Arbeitsprozess.» Was Thomas Kloth besonders freut: «Die Besuchenden können mittels Virtual-Reality-Brille durch den Tunnel fahren oder sogar in den Technikraum blicken.» Ausserdem wird auf einem Plakat aufgezeigt, wie viele Arbeitsgattungen am Projekt beteiligt sind – nebst Ingenieuren etwa auch Förster oder Werber. In einem Video wird deutlich, wie schwierig die Planung ist, um den Verkehr während des Baus möglichst aufrechtzuerhalten. 

Während der zehn Luga-Tage sind jeweils drei Fachpersonen vor Ort, um individuelle Fragen zu beantworten. «Wir freuen uns, alle Per-sonen, die fachlich und politisch interessiert sind, alle Autofahrer und Nichtautofahrer an unserem Stand zu begrüssen.» Immerhin: Beim Milliarden-Projekt sei der volkswirtschaftliche Nutzen enorm, auch der Nutzen für den Verkehr in und um Luzern. «Irgendwie betrifft das
Projekt alle auf irgendeine Art, daher lohnt es sich in jedem Fall, bei uns vorbeizuschauen!» 

Das Projekt

Zentrales Element des Bundesprojekts «Bypass Luzern» ist ein neuer Tunnel-Bypass mit zwei Röhren und je zwei Fahrstreifen zwischen Ibach in Luzern Nord und dem Gebiet Grosshof in Kriens. Die heutige A2 zwischen der Verzweigung Rotsee und dem Anschluss Luzern-Kriens wird zur Stadtautobahn umfunktioniert. Durch das kantonale Projekt «Spange Nord und Massnahmen für den öffentlichen Verkehr» soll der Agglomerationsverkehr über die Spange Nord und den Autobahnanschluss Lochhof auf die neue Stadtautobahn verlagert werden. Aktuell wird das Ausführungsprojekt erarbeitet. Anfang 2020 erfolgt die Auflage, frühestmöglicher Baubeginn ist 2024.
Quelle: ASTRA/ Kanton Luzern

Das sagt...

«Wir möchten den Bypass erlebbar machen.»
Thomas Kloth

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